Holla Bildungsangebote für Mädchen und Frauen

Nachdiplomkurs Feministische Mädchenarbeit
«Mädchen-Wege sind Frauen-Wege»

Partizipation, Vielfalt, Feminismus und Gendermainstreaming sind in der zeitgemässen Mädchenarbeit wichtige Themen. Nicht nur für Neueinsteigerinnen ist eine Auseinandersetzung mit diesen aktuellen Fragen wesentlich. Auch für Frauen, die schon lange mit Mädchen und jungen Frauen arbeiten (z.B. in der Jugendarbeit, Schule, Berufsberatung etc.) und die sich beruflich weiterentwickeln und weiterkommen wollen, ist es bedeutend, Trends zu beobachten und neueste Entwicklungen zu kennen. Überhaupt sind Frauen in allen Berufsbereichen zunehmend gefordert, professionelle geschlechterbewusste Arbeit zu leisten. Denn diese wird sowohl in geschlechtergetrennten wie auch -gemischten Zusammenhängen immer mehr als sinnvoll erkannt. Der Nachdiplomkurs ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragen der Mädchenarbeit, gibt eine praktische Orientierung und führt in zehn Schritten von fundierten Grundkenntnissen erprobter feministischer Modelle in eine neue Praxis geschlechtsspezifischer Mädchenarbeit. Zudem bietet er Anschluss an das umfangreiche Netz von Fachfrauen in der Mädchenarbeit im gesamten deutschsprachigen Raum.
Dieser Kurs wurde zwischen 2001 und 2006 viermal durchgeführt und wird ab 2007 nicht mehr angeboten.

Beschreibung der Kursmodule

Modul 1: Theorien, Standpunkte, Haltungen, Forderungen an feministische Mädchenarbeit
Kernaussagen feministischer Mädchenarbeit werden vorgestellt, eigene Vorstellungen erarbeitet, gesellschaftliche Haltungen und eigene Einstellungen überprüft.
Referentinnen: Kristin Stalder und Oruscha Rinn

Modul 2: Handlungskompetenz erlangen durch Körperarbeit
Um in eine wirksame Praxis zu kommen, beziehen wir die Körperarbeit mit ein. Mit Hilfe von Atemarbeit stärken wir unsere Präsenz und Handlungsfähigkeit, die wir brauchen, um in unserer Arbeit authentisch, überzeugend und erfolgreich zu sein.
Referentin: Gertrud Kutscher

Modul 3: Wie lange noch? Strukturelle Benachteiligung von Mädchen
Teil 1: Erkennen struktureller Benachteiligung und Abwertung. Sexualisierte Gewalt und häusliche Gewalt. Referentin: Jael Bueno
Teil 2: Die Notwendigkeit selbstbestimmter Frauen(Vor)Bilder und Wege, die aus Gewaltstrukturen hin zu einer «Kultur von Wertschätzung» führen.
Referentin: Kristin Stalder

Modul 4: Jetzt geht's um mich: Meine Geschichte(n) – meine Mädchenzeit
Die eigene (Mädchen)Geschichte zu reflektieren, gehört zum notwendigen Handwerkszeug für die Arbeit und den Umgang mit Mädchen und jungen Frauen. Wie habe ich mich als Mädchen bewegt in einer Gesellschaft, die sich auf Geschlechterhierarchie gründet? Was hat mich als Mädchen bestärkt? Auf welches Fundament baue ich als Frau heute auf, und aus welchen Quellen schöpfe ich? Dieses Wochenende ist für Selbsterfahrung reserviert.
Referentin: Nicole Eiermann

Modul 5: Visionen
Empowerment. Wir schöpfen aus dem Entwicklungspotential der Imagination: Rein in die Wünsche und Utopien! Euphorisch sein, phantasieren, schwärmen, träumen. In diesem Seminar geht es darum, einmal alles zur Verfügung zu stellen: Ideen, Träume und Herzenswünsche rauszukramen und ans Licht zu holen – unzensiert auszusprechen, aufzuschreiben, rauszubringen und wirken zu lassen. Damit machen wir einen Schritt Richtung Praxis über kreatives lösungsorientiertes Arbeiten.
Referentinnen: Sonja Blattmann und Oruscha Rinn

Modul 6: Konkret werden
Projektmanagement. Mädchenarbeit in geschlechtsspezifischem und gemischtgeschlechtlichem Kontext. Ein durchführbares Mädchenprojekt planen (bzw. über den Stand der Projekte austauschen) und die Umsetzung vorbereiten.
Referentin: Stephanie Nabholz

Modul 7: Die freie Wahl – selbstbestimmte Lebensentwürfe
Teil 1: Trotz formal gleicher Rechte in Schule und Ausbildung, verläuft die Berufswahl immer noch stark entlang der Geschlechtergrenze. Wie können wir Mädchen und junge Frauen bei der Berufswahl unterstützen?
Referentin: Karin Grütter
Teil 2: Die freie Wahl des privaten Lebensentwurfes. Sexuelle Identität und Orientierung.
Referentin: Sonja Blattmann

Modul 8: Umsetzen – fit für die Öffentlichkeit/«Partizipation und Adultismus»
Teil 1: Beratende Begleitung durch die Kursleitung und Intervision in der Gruppe für die Realisation und Dokumentation der Projekte. Die Form der Dokumentation ist freigestellt (Vertonen, Filmen, Tanzen, Schreiben, Inszenieren etc.).
Teil 2: Medientraining: Sicherheit gewinnen im Umgang mit Presse und anderen Medien. Pressetext, Medienmappe, Interview.
Teil 3: Partizipation und Adultismus
Referentinnen: Leena Schmitter, Kristin Stalder und Oruscha Rinn

«Unter uns»
Die Arbeiten werden zuhause fertiggestellt. Jede Teilnehmerin verschickt ihre Projekt-Dokumentation einen Monat vor Kursabschluss an alle Teilnehmerinnen und die Kursleitung zur Vorbereitung auf den Abschluss.

Modul 9: Sichtbar werden
Projektpräsentation und Auswertung. Zertifikatübergabe und Abschlussfest.
Referentinnen: Stephanie Nabholz und Oruscha Rinn

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Kursleitung und Dozentinnen

Oruscha A. Rinn, Jahrgang 1958, Pädagogin. Langjährige Tätigkeit im Kinder- und Jugendbereich. Wen-Do-Trainerin, seit 1984 in der Frauen- und Mädchenbildungsarbeit tätig. Zusatzausbildungen «Gewalt an Mädchen», Körper- und Energiearbeit sowie «Empowerment and Selfdefense for disabled people». Seit 1995 Geschäftsleiterin von Holla, Bildungsangebote für Frauen und Mädchen, Basel.
Konzeption und Leitung des Nachdiplomkurses für feministische Mädchenarbeit an der FHS-BB.

Jael Bueno,Soziologin, Nachdiplomstudium Gender-Management Fachgebiet: Gender-Management, Diversity, Migration. Leiterin des Präventionsprojektes «Luna» bei der Beratungsstelle Nottelefon Zürich. Redaktorin «Olympe» Feministische Arbeitshefte zur Politik.

Leena Schmitter, geboren 1980. Studium der Soziologie, Geschichte und Philosophie an der Universität Bern. Langjährige Arbeit im Bereich Gewaltprävention und Vorurteile abbauen mit Kindern und Jugendlichen. Mitarbeiterin am Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Bern. 2001–2005 Leiterin der Kampagne gegen Adultismus im Verein NCBI Schweiz; Mentoring und Weiterbildung von jungen Leitungspersonen und im Organisationskomitee der Fachtagung «Junge Stimmen ernst nehmen» – Partizipation von Kindern/Jugendlichen fremder Herkunft in 2003/04. Neben der praktischen Auseinandersetzung mit Mädchenarbeit und Feminismus liegen die theoretischen Schwerpunkte u.a. in der Soziologie der Geschlechterdifferenz und der Feministischen Theorie.

Gertrud Kutscher, dipl. Sozialwissenschaftlerin, dipl. Atemtherapeutin AFA. Langjährige Tätigkeit in der Suchtarbeit. Mitbegründerin und Leiterin der therapeutischen Einrichtung für drogenabhängige Frauen, Violetta Clean (Berlin). Langjährige Erfahrung in der Fort- und Weiterbildung. Seit 1992 als Atemtherapeutin tätig. Ausbildung am Ilse-Middendorf-Institut für den erfahrbaren Atem (Berlin).

Karin Grütter, Ausbildung als Historikerin, Literaturwissenschaftlerin, Soziologin und Krankenschwester. Nachdiplomstudium für Entwicklungszusammenarbeit ETH und Projektmanagement, Organisationsentwicklung sowie Coaching. Mitinhaberin von bildbar Bildung, Beratung, Projekte. Projektbeauftragte des Lehrstellenprojektes 16+. Kursleiterin und Referentin im Themenbereich Bildung und Gender.

Kristin Stalder, geboren 1963, Diplom-Kauffrau, Journalistin, Shiatsu-Praktikerin und Selbstverteidigungslehrerin für Mädchen und Frauen (Wen-Do). Seit 1990 Mädchen- und Frauenbildungsarbeit und in eigener Shiatsu-Frauen-Praxis tätig. Mitautorin des Konzeptes für ein Mädchenhaus in Basel. Inhaberin von Holla, Bildungsangebote für Frauen und Mädchen, Basel. Konzeption des Nachdiplomkurses «fem. Mädchenarbeit». Arbeitsschwerpunkt: Gewaltprävention mit Mädchen ab 7 Jahren. Kulturschaffende für geschlechterdemokratische Verhältnisse.

Nicole Eiermann, Jahrgang 1960, Diplom-Psychologin, Klinische Psychotherapeutin (BDP), Psychodramatherapeutin, mehrjährige klinische Tätigkeit, seit 1990 in eigener Praxis, Mitbegründerin von iff (institut für frauenförderung) Freiburg im Breisgau, mehrjährige Fortbildungs- und Lehrtätigkeiten.

Sonja Blattmann, geboren 1962, Erzieherin, theaterpädagogische Spielleiterin, Sexualpädagogin, Kinderbuchautorin und Liedermacherin. Seit 8 Jahren kreuz und quer durch Deutschland unterwegs in Sachen: Prävention gegen sexualisierte Gewalt, geschlechtersensible Erziehung und Persönlichkeitsbildung an Schulen, Kindergärten, Bildungsstätten, Stadtbibliotheken und Kulturhäusern. Spinne mit Herzenslust neue Ideen, entwickle und begleite Projekte zu präventiven oder sexualpädagogischen Inhalten.

Stephanie Nabholz, geboren 1965, Mutter einer Tochter. Studium der Sozialarbeit, Ethnologie und Journalistik. Aufbau des Projekts Mädchentreff in Bern, verschiedene Mädchenprojekte in Basel und Bern, Fachberaterin in Sachen Mädchenarbeit. Mitarbeit an der Evaluation Pilotprojekt Mädchentreff Basel. Tätigkeit in der Aus- und Weiterbildung für feministische Mädchen- und Frauenarbeit. Daneben begeisterte Tänzerin und Musikhörerin.

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